Irgendwann steht in fast jedem wachsenden Mittelstandsbetrieb dieselbe Frage im Raum. Die IT wird komplexer, die Anfragen der Mitarbeitenden häufen sich, und der Geschäftsführer überlegt: Wäre es nicht sinnvoller, jemanden fest einzustellen, der sich kümmert? Einen eigenen Mann oder eine eigene Frau für die IT, greifbar im Haus, statt immer den externen Dienstleister anzurufen.
Der Gedanke ist nachvollziehbar. Und die Antwort ist selten so eindeutig, wie sie im ersten Moment scheint. Denn eine eigene IT-Stelle sieht nach Kontrolle und Nähe aus, bringt aber Kosten, Lücken und Risiken mit, die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind. Dieser Artikel vergleicht beide Wege ehrlich: nach Kosten, nach Verfügbarkeit und nach Risiko.
Die kurze Antwort: Wann sich was lohnt
Für die meisten KMU mit fünf bis vierzig Arbeitsplätzen lohnt sich eine externe IT-Abteilung mehr als ein eigener IT-Mitarbeiter. Sie ist günstiger, breiter aufgestellt und fällt nicht bei Urlaub oder Krankheit aus. Eine eigene Vollzeitstelle rechnet sich meist erst ab etwa 40 bis 50 Arbeitsplätzen, und selbst dann oft nur in Kombination mit externer Unterstützung.
Der Grund liegt in einer einfachen Rechnung: Eine einzelne IT-Fachkraft kostet volles Gehalt, deckt aber nur ein Fachgebiet ab und ist genau eine Person. IT-Betrieb braucht heute Wissen über Server, Netzwerk, Microsoft 365, IT-Sicherheit, Backup und Datenschutz gleichzeitig. Kaum jemand beherrscht all das auf gleichem Niveau. Eine externe IT-Abteilung verteilt diese Themen auf ein Team und rechnet nur die tatsächlich benötigte Leistung ab.
Was ein eigener IT-Mitarbeiter wirklich kostet
Ein eigener IT-Mitarbeiter kostet deutlich mehr als sein Gehalt. Das durchschnittliche Bruttogehalt eines IT-Administrators liegt 2026 bei rund 53.600 Euro im Jahr. Rechnet man Arbeitgeberanteile, Arbeitsplatz, Weiterbildung, Zertifizierungen und Tools dazu, landen Sie realistisch bei 70.000 bis 80.000 Euro Vollkosten pro Jahr, für eine einzige Person mit einem Fachschwerpunkt.
Quelle: jobvector Gehaltsanalyse 2026: IT-AdministratorDurchschnittsgehalt rund 53.600 Euro brutto pro Jahr, Stand der Datenaktualisierung 29.04.2026.
Die Bruttogehälter sind dabei nur der Anfang. Auf jedes Bruttogehalt kommen Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung von grob 20 Prozent. Aus 53.600 Euro brutto werden so rund 64.000 Euro reine Personalkosten. Dazu addieren sich Positionen, die im Alltag gern vergessen werden:
- Arbeitsplatz und Ausstattung: Notebook, Monitore, Diensthandy, ein eigener Schreibtisch, Software-Lizenzen und Admin-Tools.
- Weiterbildung und Zertifizierungen: IT veraltet schnell. Wer aktuell bleiben soll, braucht Schulungen und Zertifikate, die Geld und Arbeitszeit kosten.
- Recruiting: Bis die Stelle besetzt ist, fließen Kosten für Anzeigen, eventuell Personalvermittler und viel Zeit im Auswahlprozess.
- Vertretung: Für Urlaub, Krankheit und Fortbildung gibt es bei einer einzelnen Stelle schlicht keine Vertretung. Diese Lücke müssen Sie zusätzlich abdecken, oft doch wieder extern.
Was eine externe IT-Abteilung leistet und kostet
Eine externe IT-Abteilung ist ein IT-Dienstleister, der Ihre gesamte IT laufend betreut, wie es eine interne Abteilung täte: Monitoring, Wartung, Support, Sicherheit, Backup und Beratung. Der Unterschied ist das Team dahinter. Statt einer Person kümmert sich eine Mannschaft mit verschiedenen Spezialgebieten um Ihre Systeme, gegen eine planbare monatliche Pauschale statt eines Gehalts.
Diese Pauschale richtet sich nach Größe und Komplexität Ihrer IT, nicht nach einem festen Gehalt. Sie zahlen für die betreute Umgebung, und darin steckt automatisch das Wissen mehrerer Fachleute. Der Server-Spezialist, der Microsoft-365-Experte, jemand für Netzwerk und Firewall, jemand für IT-Sicherheit: Sie bekommen Zugriff auf all diese Rollen, ohne jede einzeln einstellen zu müssen. Wie so ein Pauschalmodell im Detail funktioniert und was drin sein muss, erklärt der Artikel Managed Services oder Break-Fix.
| Praxis | Setup einmalig | Pauschale monatlich |
|---|---|---|
Bürobetrieb, 8 Arbeitsplätze 1 Server, Microsoft 365, ein Standort | 600 bis 1.200 EUR | 380 bis 650 EUR |
Mittelständler, 20 Arbeitsplätze Server, Firewall, M365, mobiles Arbeiten | 1.500 bis 3.000 EUR | 900 bis 1.600 EUR |
Betrieb mit 2 Standorten, 35 Arbeitsplätze Standortvernetzung, Backup, erhöhte Sicherheit | 3.000 bis 6.000 EUR | 1.800 bis 3.200 EUR |
Orientierungswerte. Die tatsächliche Pauschale berechnet ITCC nach Infrastrukturanalyse.
Selbst am oberen Rand dieser Orientierungswerte, etwa bei einem Betrieb mit zwei Standorten, liegt die Jahressumme einer externen IT-Abteilung in einer ähnlichen Größenordnung wie die Vollkosten einer einzigen internen Fachkraft. Der Unterschied: Sie kaufen kein einzelnes Fachgebiet, sondern ein ganzes Team mit Vertretung, Monitoring und garantierten Reaktionszeiten.
Verfügbarkeit: Der Unterschied, den man erst im Ausfall merkt
Beim Thema Verfügbarkeit gewinnt die externe IT-Abteilung fast immer. Ein einzelner Mitarbeiter ist an rund 220 Arbeitstagen im Jahr da, nicht abends, nicht am Wochenende, nicht im Urlaub und nicht krank. Eine externe IT-Abteilung deckt genau diese Lücken über ein Team und definierte Reaktionszeiten ab. Fällt einer aus, übernimmt ein Kollege, der Ihre Systeme über die Dokumentation kennt.
Rechnen Sie einmal nach: Ein Vollzeitmitarbeiter hat rund 30 Urlaubstage, dazu kommen Krankheitstage, Fortbildungen und Feiertage. In Summe ist Ihre eigene IT-Kraft an gut einem Fünftel der Kalendertage nicht verfügbar. Genau in diesen Zeiten passieren Ausfälle trotzdem. Server starten nicht, ein Verschlüsselungsangriff läuft, das Netzwerk hängt. Wenn Ihre einzige IT-Person dann am Strand liegt, steht der Betrieb, oder Sie rufen doch wieder einen externen Dienstleister, den Sie erst suchen und einarbeiten müssen.
Risiko: Fachkräftemangel, Klumpenrisiko und Know-how-Verlust
Das größte Risiko einer eigenen IT-Stelle ist, dass alles an einer Person hängt: das Wissen, die Passwörter, die Verfügbarkeit. Kündigt diese Person oder fällt sie aus, verlieren Sie beides auf einmal. Und Ersatz ist teuer und langsam zu finden. Laut Bitkom fehlen in Deutschland rund 109.000 IT-Fachkräfte, und eine offene IT-Stelle bleibt im Schnitt 7,7 Monate unbesetzt.
Quelle: Bitkom: In Deutschland fehlen mehr als 100.000 IT-Fachkräfte (07.08.2025)Rund 109.000 fehlende IT-Fachkräfte, durchschnittliche Besetzungsdauer 7,7 Monate.
Für ein KMU heißt das konkret: Sie konkurrieren mit Konzernen und deren Gehältern um dieselben knappen Fachkräfte. Wenn Ihre eigene IT-Kraft geht, stehen Sie im Schnitt über ein halbes Jahr ohne Ersatz da, und in dieser Zeit läuft Ihre IT im Blindflug. Wer die Stelle dann schnell besetzen will, zahlt oft mehr, als geplant war, und bekommt trotzdem keine Garantie, dass die Person bleibt.
Hinzu kommt die fachliche Breite. Eine einzelne Person kann unmöglich Server, Netzwerk, Microsoft 365, IT-Sicherheit, Backup und Datenschutz gleichzeitig auf hohem Niveau beherrschen. In der Praxis ist ein interner Allrounder in ein oder zwei Themen stark und im Rest solide bis lückenhaft. Genau die Lücken sind es, die im Ernstfall teuer werden, etwa wenn ein Backup nur scheinbar lief oder eine Sicherheitslücke monatelang offen blieb.
Vergleich auf einen Blick
Beide Modelle haben ihre Berechtigung. Der Vergleich zeigt, wo die Stärken und Schwächen liegen und warum die Rechnung für die meisten KMU zugunsten der externen Lösung ausfällt.
| Eigener IT-Mitarbeiter | Externe IT-Abteilung |
|---|---|
Pro
| Pro
|
Contra
| Contra
|
Rechenbeispiel: Ein Mittelständler mit 20 Arbeitsplätzen
Nehmen wir einen typischen Bürobetrieb in der Region Rhein-Neckar: 20 Arbeitsplätze, ein Server, Firewall, Microsoft 365, mobiles Arbeiten. Der Geschäftsführer überlegt, ob er eine eigene IT-Kraft einstellt oder eine externe IT-Abteilung beauftragt.
Variante A: Eigener IT-Mitarbeiter (Vollzeit)
| Position | Kosten pro Jahr |
|---|---|
| Bruttogehalt IT-Administrator | 53.600 EUR |
| Arbeitgeberanteile Sozialversicherung (ca. 20 Prozent) | 10.700 EUR |
| Arbeitsplatz, Geräte, Lizenzen, Tools | 4.000 EUR |
| Weiterbildung und Zertifizierungen | 3.000 EUR |
| Summe (eine Person, ein Fachgebiet) | ca. 71.300 EUR |
Dazu kommt: keine Vertretung bei Urlaub und Krankheit, und für Spezialthemen (Firewall-Projekt, Server-Migration, Sicherheitsvorfall) müssen Sie oft trotzdem externe Expertise einkaufen.
Variante B: Externe IT-Abteilung
| Position | Kosten pro Jahr |
|---|---|
| Monatliche Pauschale (ca. 1.200 EUR, 12 Monate) | 14.400 EUR |
| Einmaliges Setup (anteilig im ersten Jahr) | 2.000 EUR |
| Summe (ganzes Team, mehrere Fachgebiete) | ca. 16.400 EUR |
Darin enthalten: Monitoring, Wartung, Support, Backup-Überwachung, Sicherheit, Vertretung und Zugriff auf mehrere Spezialgebiete, ohne Recruiting und ohne Ausfallrisiko durch eine einzelne Person.
Die Mischform: interner Kümmerer plus externe IT-Abteilung
Bei größeren Mittelständlern ab etwa 40 bis 50 Arbeitsplätzen ist oft die Kombination die beste Lösung: ein interner IT-Koordinator für die tägliche Nähe, eine externe IT-Abteilung für Tiefe, Spezialwissen und Vertretung. So bekommen Sie Verfügbarkeit und Fachbreite, ohne mehrere Vollzeitstellen finanzieren zu müssen.
Der interne Kümmerer muss dabei kein hochbezahlter Spezialist sein. Er nimmt kleine Anfragen der Kollegen auf, richtet neue Geräte vor Ort ein, ist das bekannte Gesicht im Haus und die Schnittstelle zur externen IT-Abteilung. Die anspruchsvollen Themen, Serverbetrieb, Netzwerksicherheit, Microsoft-365-Administration, Sicherheitskonzepte und Rufbereitschaft, liegen beim externen Team. Diese Aufteilung löst genau das Problem, das eine einzelne interne Stelle nie lösen kann: Ein Mensch allein deckt weder alle Fachgebiete noch alle Verfügbarkeitszeiten ab.
Compliance-Faktor: NIS2, DSGVO und Dokumentation
Ein oft übersehener Punkt: Regulatorik lässt sich mit einer einzelnen internen Kraft schwer sauber abdecken. Datenschutz nach DSGVO, IT-Sicherheitspflichten und für einen wachsenden Kreis von Unternehmen auch die NIS2-Anforderungen verlangen dokumentierte Prozesse, nachweisbare Maßnahmen und laufende Aktualität. Eine externe IT-Abteilung bringt diese Struktur als Standard mit.
Die Zahl der von NIS2 betroffenen Unternehmen ist mit der deutschen Umsetzung deutlich gestiegen: Das BSI beaufsichtigt nach der neuen Regelung einen erheblich größeren Kreis als zuvor. Ob Ihr Betrieb betroffen ist und was das konkret bedeutet, klärt der Artikel NIS2-Pflichten für KMU. Unabhängig von NIS2 gilt: Dokumentation, Backup-Konzept und Notfallvorsorge sind kein Nice-to-have, sondern Pflicht, und sie sind bei einer Ein-Personen-IT erfahrungsgemäß am schwächsten ausgeprägt.
Quelle: BSI: NIS-2-regulierte UnternehmenStand: 2026-08-31. Wer im Detail unter die NIS2-Aufsicht fällt, hängt von Branche und Unternehmensgröße ab und sollte im Einzelfall geprüft werden.
So entscheiden Sie in fünf Schritten
Die Entscheidung zwischen eigener Stelle und externer IT-Abteilung lässt sich strukturiert treffen. Sie hängt an drei Größen: den ehrlichen Kosten, dem Verfügbarkeitsbedarf und dem Ausfallrisiko. Wer diese fünf Schritte durchgeht, hat am Ende eine belastbare Grundlage statt eines Bauchgefühls.
- Bedarf ermittelnWie viele Arbeitsplätze, Server und Standorte haben Sie? Wie kritisch ist ein IT-Ausfall für Umsatz und Betrieb? Je kritischer und je verteilter, desto wichtiger sind Verfügbarkeit und Breite, nicht eine einzelne Person.
- Vollkosten der eigenen Stelle ehrlich rechnenBruttogehalt plus Arbeitgeberanteile, Arbeitsplatz, Weiterbildung, Recruiting und die Kosten für Vertretung. Nicht das Gehalt allein, sondern die echte Jahressumme.
- Angebot einer externen IT-Abteilung einholenLassen Sie sich eine schriftliche Leistungsbeschreibung mit Reaktionszeiten, Leistungsumfang und Ausschlüssen geben. Nur so vergleichen Sie Äpfel mit Äpfeln.
- Verfügbarkeit und Risiko bewertenWer deckt Urlaub, Krankheit und Nacht ab? Wer springt ein, wenn die Schlüsselperson geht? Ein Modell mit Vertretung und Dokumentation ist strukturell sicherer als eine Einzelperson.
- Auch die Mischform prüfenAb etwa 40 bis 50 Arbeitsplätzen kann ein interner Koordinator plus externe IT-Abteilung die beste Kombination aus Nähe und Fachbreite sein. Rechnen Sie diese Variante mit.
Fazit: Für die meisten KMU gewinnt die externe IT-Abteilung
Unterm Strich ist die Rechnung für kleine und mittlere Betriebe meist klar. Eine eigene IT-Stelle kostet als Vollkraft realistisch 70.000 bis 80.000 Euro im Jahr, deckt aber nur ein Fachgebiet ab, hat keine Vertretung und trägt das Risiko, dass mit einer Kündigung das gesamte Wissen geht. Eine externe IT-Abteilung liefert für eine planbare Pauschale ein ganzes Team, mehrere Spezialgebiete, garantierte Reaktionszeiten und Vertretung.
Eine eigene Stelle lohnt sich erst dort, wo genug Volumen für eine dauerhafte Auslastung da ist, und selbst dann oft am besten in Kombination mit externer Unterstützung. Die entscheidende Frage ist nicht "Wen stelle ich ein?", sondern "Wie stelle ich sicher, dass meine IT verfügbar, breit abgesichert und nicht von einer einzigen Person abhängig ist?".
ITCC ist die externe IT-Abteilung für kleine und mittlere Unternehmen in der Pfalz, Rhein-Neckar und Rhein-Main. Wir übernehmen die laufende Betreuung als Team, mit festen Ansprechpartnern, planbarer Pauschale und Vertretung, die auch bei Urlaub und Krankheit greift. Wenn Sie wissen wollen, ob sich für Ihren Betrieb eine eigene Stelle, eine externe IT-Abteilung oder die Kombination lohnt, rechnen wir das mit Ihnen ehrlich durch. Wie eine saubere Übergabe und der Wechsel neuer Mitarbeitender dabei geregelt sind, besprechen wir im Erstgespräch mit.
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